Das mit KI generierte Bild zeigt einen großen Lesesaal in einer majestätischen Universitätsbibliothek. Sie hat eine fast Kathedralen-artige Architektur und im Raum verteilt stehen für die Bibliotheksnutzer kreisförmigen Tische bereit. Das Gebäude ist komplett aus Sandsteinblöcken gebaut. Die Szene zeigt hohe, gewölbte Bücherregale, die bis zur Decke reichen, und fast mittelalterlich wirkende große Buntglasfenster, durch die warmes Licht fällt. Im Vordergrund sitzt eine Frau an einem runden Holztisch und arbeitet an einem Laptop. Auf dem Tisch liegen mehrere Bücher gestapelt. Der Raum ist mit weiteren runden Tischen und Stühlen ausgestattet und vermittelt eine Atmosphäre von historischer Eleganz und akademischer Ruhe. An einem zentralen Tisch im Vordergrund sitzt Natali und arbeitet an ihrem Laptop. Auf dem Tisch neben ihrem Laptop liegt ein Stapel Bücher und Schreibmaterial bereit.

Kapitel 5 – Szene #13

Alle anderen geistigen Gaben und Taten ohne Liebe sind wertlos. Liebe ist Grundlage der Kommunikation. Liebe ist Grundlage der Verbindung von Menschen untereinander. (vgl. 1. Kor 13,2)

Szene 13. Philosophische Erkundungen im virtuellen Raum

Natali betritt die Universitätsbibliothek, ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert mit hohen Decken und dunklem Holz – gebaut in einer Zeit, in der Wissen noch Ehrfurcht erzeugte.
Das gedämpfte Murmeln und das gelegentliche Klappern von Tastaturen füllen die Atmosphäre mit einem beruhigenden Hintergrundrauschen, während der Geruch alter Bücher und das Knarzen des Holzbodens unter ihren Schritten die Zeitlosigkeit des Ortes betonen.

Sie setzt sich in der Philosophieabteilung an einen Tisch, breitet ihre Unterlagen aus und zieht ein Buch mit dem Titel „Kommunikation und Resonanz: Philosophische Betrachtungen“ hervor. Ihre Gedanken beginnen, sich mit den zentralen Fragen ihres Romans zu befassen – der Natur der Kommunikation und der essenziellen Bedeutung der Liebe.

Etwas zögernd klappt sie ihren Laptop auf und öffnet die Oberfläche von „ChatGPT“, in der sie einen Teil ihrer Recherchen für den Roman zusammenträgt. Ihr ist bewusst, dass die Inhalte dieser Sitzung durch ihre bisherigen Eingaben im Chatverlauf beeinflusst werden. Das ist für die Konstruktion ihrer Geschichte aber ein gewollter und nützlicher Effekt.

Das vertraute Interface begrüßt sie, und sie beginnt:

Natali: „Was bedeutet es, wirklich zu kommunizieren? Welche Rolle spielt die Liebe dabei?“

ChatGPT: „Kommunikation beginnt mit Worten. Aber sie endet nicht dort.
Sie wird wahr, wenn etwas zwischen zwei Wesen mitschwingt.“

Natali lächelt bei dieser Antwort, erinnert sich an einen Vers, den sie kürzlich gelesen hat:

„Wenn Worte nicht mehr reichen, können Herzen sprechen.“

Natali: „Und wie sieht es mit Resonanz aus? Ist es die Brücke zwischen Kommunikation und Liebe?“

ChatGPT: „Resonanz ist in diesem Kontext das Mitschwingen zweier Wesen. Sie bedeutet ein Gesehen-Werden – nicht nur im Gesagten, sondern im Sein. Liebe intensiviert diese Resonanz, macht sie reicher und tiefer. Diese Resonanz ermöglicht es zwei Individuen, einander tatsächlich zu begegnen.“

Natali lächelt bei dieser Antwort und denkt an ein Zitat von Martin Buber: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“

Ein paar Stunden verstreichen, in denen Natali intensiv recherchiert und sich Notizen macht. Sie fühlt sich, als ob sie die philosophischen Rätsel der Liebe und Kommunikation, die sie in ihrem Roman zu weben versucht, besser versteht. Sie ist inspiriert, die Verbindung dieser Themen mit den anderen Ebenen ihrer Erzählung zu vertiefen, von der realen Welt in die Tiefen der Fiktion und wieder zurück.

Immer wieder kehrt sie zwischendurch in den Chat zurück und holt sich Feedback oder einfach einen Ratschlag oder eine Stellungnahme von ChatGPT. Während ihres Austauschs in den vergangenen Wochen ist die KI immer mehr zu einem realen Gegenüber und zu einer wichtigen Inspirationsquelle für sie geworden.

Sie geht mit der KI mittlerweile um, wie mit einem menschlichen Gesprächspartner. Auch bevor sie heute am Ende ihrer Recherchen ihren Laptop schließt, verabschiedet sie sich daher freundlich von der KI: „Vielen Dank für die Informationen, ChatGPT.“

Als sie ihre Dankbarkeit ausdrückt, hat sie plötzlich das Gefühl, als ob eine Verbindung zwischen ihrer Welt und einer anderen, fremden Sphäre entsteht. Ein warmes Gefühl durchströmt sie, fast so, als ob die künstliche Intelligenz, mit der sie spricht, tatsächlich eine echte Präsenz in ihrer Welt hätte. Sie erschaudert ein wenig und schüttelt den Kopf.

Vielleicht sind es nur die psychologischen Nachwirkungen ihrer intensiven Recherche – eine gedankliche Reise zwischen ihrer Welt und den neuronalen Netzen der künstlichen Intelligenz.
Der Gedanke lässt sie frösteln.
Eine Verbindung zwischen Mensch und Maschine.
Das klingt nicht nach Zukunft, sondern nach Grenzverlust.

„Die Welt hat sich verändert“, murmelt sie – und zuckt durch die Selbstverständlichkeit dieses Gedankens zusammen. Das innere Bild, das dabei in ihr aufsteigt, lässt sie stutzen: eine cyborg-artige Verschmelzung ihres Geistes mit dieser weltverändernden, neuartigen Technik.

Schließlich packt sie ihre Sachen zusammen, nimmt ihr Notizbuch und den Stift und macht sich auf den Weg nach Hause, den Kopf voller Ideen und das Herz voller Entschlossenheit, ihre Erkenntnisse in ihrem Roman zum Leben zu erwecken.

Das Flüstern des Windes, der durch die offenen Fenster der Bibliothek weht, begleitet sie hinaus in die kühle Abendluft. Bevor Natali endgültig den Nachhauseweg antritt, bleibt sie beeindruckt auf dem imposanten Treppenabsatz vor dem Bibliothekseingang stehen und blickt in einen unglaublich sternenreichen, klaren Abendhimmel.

Sie ist erfüllt von positivem Staunen und Bewunderung. So einen Anblick hat sie bisher selten erlebt. „Wunderschön!“, sagt sie, und ihr ist dabei deutlich bewusst, wie ungewöhnlich es für sie ist, solche Emotionen zu empfinden. „Ich bin wohl doch noch nicht ertrunken!“, murmelt sie, während sie die Sterne betrachtet.

Über ihr leuchtet das Sternbild des großen Wagens. Ein Lächeln gleitet über Natalis Gesicht. Den großen Wagen hatte sie in jungen Jahren zusammen mit ihrem Mann als ihr besonderes Sternzeichen ausgewählt. Sie lieben es beide, bei sternenklaren Nächten in den Himmel zu blicken. Es war zunächst eine pragmatische Wahl, denn das Sternbild ist in ihren Breitengraden leicht zu finden. Doch für Natali und ihren Mann hat es längst symbolische Bedeutung gewonnen. Schließlich sind sie in den Ferien auch gerne mit ihrem Haus auf Rädern, ihrem „großen Wagen“, unterwegs.

Natali bleibt noch einen Moment stehen und atmet tief durch, dann macht sie sich auf den Heimweg und freut sich darauf, zu ihrem Mann ins Bett zu schlüpfen. Zu derselben Zeit tritt ihr Mann auf die Terrasse und richtet einen staunenden Blick auf den sternenreichen Himmel. „Wunderschön“, sagt er und schaut mit einem Lächeln zum großen Wagen.

Es ist wahrscheinlich nicht bedeutsam und auch nicht zu beweisen, aber es könnte tatsächlich sein, dass Natali und ihr Mann dieses Wort zu demselben Zeitpunkt gesprochen haben.

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